Resident Evil, The Artist und Lachsfischen im Jemen

Resident Evil 6The ArtistLachsfischen im JemenDarauf hat die Videospielwelt gewartet: Resident Evil 6 ist erschienen und versetzt mal wieder eine ganze Generation in Ekstase. Begründet? Jein. Traditionshersteller Capcom lässt wieder jede Menge handwerkliche Muskeln spielen, schleift die ohnehin schon seit Resident Evil 4 recht ausgefeilte Third Person Shooter-Mechanik noch mal etwas runder und inszeniert alles einen Tick filmreifer als bisher. Freunde des Bombastkinos werden angesichts der zahlreichen Explosionen und Gore-Einlagen Luftsprünge machen. Schade ist im Grunde nur, dass die Substanz wie von Capcom angekündigt etwas auf der Strecke bleibt. Das Massenpublikum will mehr Call of Duty und weniger Suspense Horror, wie die Entwickler vor einiger Zeit feststellten. Dass sich die Serie mit dieser Wandlung ein weiteres Mal ihrer Identität beraubt, muss daher verschmerzt werden. Das Motto lautet: Wenig Eigenständigkeit, viel Action!

Wer diesen Adrenalinkick nicht braucht, ist mit dem diesjährigen Oscar-Gewinner The Artist sicherlich besser beraten. Ganz in Schwarzweiß gedreht verzückt der von Michel Hazanavicius geschriebene und inszenierte Stummfilm vor allem mit seinem famosen Darstellergespann. Jean Dujardin und Bérénice Bejo überzeugen dabei ebenso wie Nebendarsteller John Goodman. Auch wenn viele Kritiker mit dem Oscar-Segen des farblosen Stücks (5 Prämierungen, 10 Nominierungen) nicht einverstanden sind, so bleibt The Artist doch einer der unterhaltsamsten Filme der 2011er Kinosaison – ob mit oder ohne Ton.

Wer noch einen Gang zurück schalten will, darf sich mit Lachsfischen im Jemen amüsieren. Das wenig spektakuläre, dafür aber umso charmantere Werk von Lasse Hallström hat sicherlich mit einigen Leerlaufmomenten zu kämpfen, kann jedoch mit den richtigen Botschaften und den Hauptdarstellern Ewan McGregor und Emily Blunt aufwarten. Schöne Unterhaltung für Zwischendurch!